Sonntag, 1. November 2015

1.Roadtrip und Sports Day

Roadtrip


Vor gut vier Wochen sind meine East London Girls und ich zu unserem ersten Roadtrip aufgebrochen. Zu der Zeit waren Schulferien in Südafrika, sodass wir unsere Freizeit voll und ganz ausnutzen wollten. Wir starteten am Samstagmorgen und fuhren an der Küste entlang damit wir die schöne Landschaft bewundern konnten. Nach einer Übernachtung nahe zu Port Elizabeth (unser erster Stopp) brachen wir am nächsten Tag auf, um unser Gepäck bei anderen Freiwilligen abzugeben. Anschließend ging es erst mal an den Kings Beach, wo wir bei gutem Wetter unser Mittagessen genossen. Danach stand ein wenig Sightseeing an, so gehörte beispielsweise der Market Place und ein Leuchtturm zum Programm.

Market Place

Silvana und ich


Am späten Nachmittag, nachdem wir unser Gepäck bei den anderen Freiwilligen wieder eingesammelt hatten, ging es weiter nach Jeffreys Bay, dem Surfer Hotspot in Südafrika! Dort verbrachten wir drei Nächte in einer sehr netten Unterkunft. Die Besitzerin nahm uns nämlich sehr herzlich auf und behandelte uns wie ihre eigenen Kinder. Nach der ersten Nacht in Jeffreys Bay ging es wieder früh aus den Federn, um am Strand einen kleinen Morgenspaziergang zu absolvieren. Wieder in unserer Unterkunft angekommen, machten wir uns Frühstück, um uns für den Shoppingmarathon zu wappnen. Hier gibt es nämlich alle möglichen Surfermarken und diese bis zu 70% reduziert. Ich bin leider nicht fündig geworden, im Gegensatz zu den anderen Mädels. Um den Tag noch perfekt abzuschließen ging es wieder zum Strand, für die einen zum surfen und für die anderen zum joggen. 
 
Endspurt





Der Dienstag zeichnete sich nur so von Highlights! Zu erst stand horse riding am Strand an. Das war eine sehr schöne Erfahrung für uns alle, sowohl Linda, die regelmäßig reiten geht, aber auch Silvana war begeistert und dazu muss man sagen, dass sie das erste Mal auf einem Pferd saß. Die Landschaft die sich unseren Augen bot war beeindruckend.



Nach einer kleinen Stärkung ging es zum Whale watching nach St. Francis Bay. Dieser Ort liegt etwa 45 Minuten von Jeffreys Bay entfernt und verfügt über einen kleinen Hafen. Von dem aus fuhren wir fünf Mädels und unser Guide mit einem Motorboot auf die offene See. Der Seegang war anders als ich erwartet hatte ziemlich stark und man musste sich festhalten, um nicht im Meer zu landen. Am Anfang war ich etwas enttäuscht, dass wir nach ca. 30minütiger Beobachtung keinen einzigen Wal entdeckt haben, lediglich einige Robben. Unsere Geduld wurde jedoch belohnt! Erst sahen wir erste Fontänen der Wale und nahmen die Verfolgung auf. Schließlich konnten wir aus nur 30m Entfernung zwei Buckelwale sehen die mit ihrem gesamten Oberkörper aus dem Wasser kamen und mit ihrer Schwanzflosse wieder unter Wasser verschwanden. Wir hatten echt Glück so nah an die Wale ranzukommen, was auch unser Guide mehrmals betonte.


Buckelwal

Um den Tag perfekt zu machen, machten wir uns noch auf den Weg nach St. Francis Cape, dies ist ein sehr südlich gelegener Punkt Südafrikas, wo es auch einen schönen Leuchtturm gibt.





Am Mittwoch reisten wir morgens ab, um möglichst früh im Addo Elephant Park anzukommen, der etwa nördlich von P.E. liegt. Den Nationalpark erkundeten wir auf eigene Faust mit unserem Mietwagen. Das war ein sehr schönes Elebnis, weil wir viele Tiere (Zebras, Widschweine, Gnus, Vögel, Kudus und vor allem Elefanten) aus der Nähe beobachten konnten. Das schönste an diesem Tag war, dass eine gesamte Elefantenherde vor unserem Auto die Straße überquerte, besonders die Babyelefanten haben es mir angetan! Am Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Graaff-Reinet und übernachteten auf dem Weg in einem kleinem Dorf, wo es außer der Unterkunft und wenigen Häusern nichts gab. 






Somit ging es am nächsten Tag weiter nach Graaff-Reinet, dies ist eine kleine Stadt, die im Landesinneren von Südafrika liegt und wegen ihrer zum einen im viktorianischen Stil gehaltenen Bauten und zum anderen für das Valley of Desolation bekannt ist. Als erstes haben wir die Stadt ein wenig erkundet, wozu eine Kirche und das Rathaus gehörte. Dann ging es weiter zu unserer Unterkunft, diese lag mitten im Camdeboo Nationalpark und es führte uns ein Schotterweg (für den wir knappe 2 Stunden brauchten) durch die Halbwüste. Die lange Fahrt lohnte sich aber auch, denn wir wohnten gleich an den Bergen, um uns herum Wildpferde und ein Teich war direkt vor unserem Haus angelegt. Den Rest des Tages entspannten wir und genossen das sehr warme Wetter sowie die schöne Landschaft. An unserem letzten Tag war der Besitzer so nett und nahm uns mit zum wandern. Das Ziel war ein Wasserfall, wobei der Weg dahin eher klettern als wandern glich. Als wir nach ca. einer Stunde ankamen, machten wir eine kurze Pause und erfrischten uns unter dem Wasserfall. Danach ging es wieder zurück zu unserer Unterkunft mit einem kleinen Zwischenstopp an einem Bach. Den Abend ließen wir dann wie auch den Tag zuvor mit einem Lagerfeuer auslingen, was aber auch gar nicht anders möglich war, wenn man kochen wollte, da wir keinen Herd besaßen.
Am Samstagmorgen ging es dann früh los, weil wir, bevor es wieder nach East London ging, noch schnell am Valley of Desolation anhalten wollten. 

Pause am Wasserfall


Valley of Desolation

Wanderweg im Valley of Desolation

Frühstück im Valley of Desolation

Es war eine echt schöne Zeit mit den Mädels aus East London und unser nächster Trip ist auch schon in Planung!

Sports Day

Aufgrund der 20 jährigen Partnerschaft zwischen dem Eastern Cape und Niedersachsen, reiste eine ca. 50 köpfige Delegation, darunter Stefan Wenzel (niedersächsischer Umweltminister in Vertretung für Stefan Weil dem Ministerpräsidenten), ins Eastern Cape. Da unser Freiwilligendienst in dierekter Verbindung mit dem Landessportbund steht und somit auch Teil der Partnerschaft ist, kam die Delegation letzten Mittwoch an einer unserer Schulen, um sich ein Bild von unserem Projekt zu machen. 
Dafür planten wir Freiwillige aus East London für den 21. Oktober einen Sports Day an der A.W. Barnes Primary School. Es gab fünf Stationen, die etwa 200 Kinder bewältigen mussten. Dazu zählten zwei Fußballstationen, eine Handball-, eine Triathlon- und eine Badmintonstation, da diese Sportatrten Teil unserer Nachmittagsprojekte in East London sind. Nebenbei lief außerdem ein Fußballspiel von den U11 Soccer Boys der A.W. Barnes. Für Essen und T-Shirts hat das sich das Sports Department vom Eastern Cape gekümmert, der Rest war dann uns überlassen. Einen Tag vorher machten wir die letzten Besorgungen und zwei Freiwillige aus Port Alfred reisten an, um uns am Sports Day beim aufbauen und betreuen der Stationen zu helfen. Ich war für eine der Fußballstationen zuständig. Dabei mussten die Kinder im Slalom durch 6 Hütchen dribbeln und mit einem Torschuss abschließen.

Als der Sports Day schon ca. 15 Minuten am laufen war, traf auch die Delegation ein, die als erstes durch den Schulchor begrüßt wurde. Dann kam sie auf das Sportfeld und der Sports Day wurde durch ein Elfmeterschießen unterbrochen.

Meine Fußballstation

Stefan Wenzel beim Elfmeterschießen

Nach der kurzen Unterbrechung ging es auch schon gleich wieder weiter. Die Delegation nutzte dann die Gelegenheit sich die Stationen anzugucken und mit dem ein oder anderen ins Gespräch zu kommen. Alles in allem hat es den Kindern und mir richtig viel Spaß gemacht, trotz des Stresses und der Anspannung am Morgen!






Dienstag, 22. September 2015

Mein erster Monat in Südafrika

Als wir vor gut einem Monat endlich in Südafrika ankamen, wurden wir sehr herzlich von unseren zwei Mentoren Brett un Lars empfangen. Hungrig und erschöpft nach der langen Reise lud uns Brett  zu sich nach Hause zum Pizza essen ein.
Kurz vor unserem Abflug aus Frankfurt
Danach gings auch schon zu unserem neuen Zuhause. Wir Mädchen wohnen nun für ein Jahr zusammmen in einem Haus mit einem großen Garten. Mittlerweile haben wir uns hier auch schon etwas eingerichtet und es wird immer gemütlicher. Nach der ersten Nacht im neuen Haus, zeigte Brett uns die wichtigsten Orte, wie z.B. der nahegelegenste Supermarkt und verschiedene wunderschöne Strände.
Am nächsten Tag war die Aufregung groß: wir fuhren zu allen Einsatzstellen und wurden dort vorgestellt. Meine Einsatzstelle ist die Parkside Primary School, die in dem Bezirk Parkside liegt, und von Kindern (1. - 7. Klasse) aus Townships besucht wird. Der Schulleiter hat uns alle sehr nett begrüßt und ich habe mich vom ersten Moment an Wilkommen gefühlt. In der ersten Woche ging es generell erst mal darum East London und auch sein Projekt besser kennenzulernen, so konnte ich es kaum erwarten das erste Mal ohne unseren Mentor zur Schule zu fahren, um die Schule, Lehrer und Schüler endlich kennenzulernen. Mein Projektpartner Jonas und ich wurden auch da wieder herzlich empfangen, ins besondere von einem Lehrerehepaar, welches sich das Jahr um uns kümmern wird. Ganz zu schweigen von den Kindern, die sobald sie einen sehen mit einem breiten Lächeln auf dich zugelaufen kommen und dich umarmen. Nachdem wir uns in jeder Klasse vorgestellt hatten war der Arbeitstag schon wieder um.
Bild, welches ehemalige Freiwillige an unserer Schule gemalt haben

Am Samstag sind Silvana, Jonas und ich freiwillig früh aufgestanden, um zum Parkrun zu gehen. Dies ist ein 5km langer Lauf der am Strand von East London entlang geht. Er startet jeden Samstag um 8 Uhr und es ist so schön morgens mit ca. 300 weiteren Leuten am Strand entlang zu laufen!




In der zweiten Woche haben wir angefangen die ersten Sportstunden zu geben, jedoch machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung. Fängt es nämlich an zu regnen wird der Sportplatz matschig und wir können dort keinen Unterricht mehr machen. Daher haben wir dann einige Klassen beaufsichtigt, wenn z.B. die Lehrer krank waren oder auch in den Klassen Spiele mit den Kindern gespielt. Mitte der Woche ging es dann richtig los. Die ersten Stunden waren noch etwas chaotisch, weil es gar nicht so leicht ist um die 40 aufgeweckte Kinder im Zaun zu halten. Aber mittlerweile klappt es immer besser und wir probieren auch neue Spiele mit besonders disziplinierten Klassen aus. Alles in einem macht es total viel Spaß jeden morgen in die Schule zu kommen, wo die Kinder nur darauf warten endlich P.T. mit uns zu haben.
Außerdem habe ich angefangen die U13 Mädchenmannschaft der AW Barnes zu trainieren. Die Grundschule besitzt zwei Mannschaften mit jeweils ca. 14 Mädchen pro Mannschaft. Training ist immer zusammen jeden Montag und Mittwoch nach der Schule, dies ist für einige Mädchen zur Zeit aber leider noch ein Problem da sie ihren Transport nach Hause kriegen müssen. Daher müssen viele schon früher gehen. Ich hoffe aber, dass ich da noch eine Lösung finden werde. Morgen haben sie auch schon das erste Freundschaftsspiel gegen die Parkside Primary School. Dazu muss ich sagen, dass ich ebenfalls das Parkside Team trainieren werde und auch morgen zum ersten mal spielen sehe.

An Samstagen sind wir meistens mit den Kindern aus dem Child an Youth Care Centre unterwegs, so waren wir z.B. schon am Bonza Bay mit ihnen. Das ist bisher auch mein Lieblingsstrand hier, weil man fast der einzige am Strand ist. Dienstags habe ich bisher die Kinder aus dem Kinderheim immer zusammen mit Linda zum Judo gebracht und habe selber auch wieder angefangen. Das Gute ist, dass viele dort so weit sind wie ich es war, als ich aufgehört habe.

Heute habe ich es endlich mal geschafft surfen zu gehen. Zusammen mit 6 weiteren Freiwilligen hatten wir einen Surflehrer, der uns die Basics gezeigt hat und dann ging es schon in den Indischen Ozean. Es hat richtig Spaß gemacht und ich habe es auch ein paar mal hingekriegt eine Welle zu "reiten". In 1,5 Wochen sind hier die ersten kurzen Ferien, in dem zum einen unser erstes Zwischenseminar stattfindet und zum anderen planen wir schon unseren ersten kleinen Roadtrip.